Freitag, 11. april 2008
 
                                                               Sprache ist das,                                               
                                                               was noch nicht
                                                               geschrieben steht.
                                                               Kyde, in: my back pages


Wellen eins 
                   wellen des LEBENS
                                                 wellen der zeit
                                                                        Strömungen
wellen des meeres
                              wellen der ruhe
                                                       wellen des schlafes
                                                                                       Entspannung.
                             

sie treffen sich jedes jahr einmal auf einer insel, zur entspannung, zum mentalen ausgleich, zur findung mentaler ruhe. Obwohl sie in der gleichen stadt wohnen und arbeiten, sich jedoch selten in solcher atmosphäre treffen könnten. Deshalb ergaben sich solcherart treffen, die ihnen große freude bereiten.

beide haben soeben ihre domizile verlassen, um sich gemeinsam zum strand zu bewegen, wo sie wogende wellen und angenehm erfrischende winde und duftige lüfte mit sanften brisen begrüßen, um sie zu anregenden gesprächen zu animieren und sich gerade am sandigen ufer entlang bewegen:


~~ERSTE PROMENADE~~



Toleranz ist tägliche Übung. Auch des Schreibens. Schreiben ist täglicher Versuch, den leider all zu viele heute unterlassen. Sagt er zu ihr, das Gespräch beginnend. Worauf sie fest stellt.

Verloren im Alltagsgefühl, entschuldigt man sich mit seinen Genen. So, als hätten die etwas damit zu tun. dass man zu viel von dem, oder zu wenig von jenem konsumiert. Ob man zu viel raucht oder zu viel Torte munkt, zu wenig schläft oder ungenügend Vitamine zu sich nimmt. Es ergibt sich dabei kein Schritt zu einer Balance des Alltags oder des Lebens. Beides geht nicht, entfernt sich zu sehr von der gesunden Mitte.

Da magst du Recht haben. Reden wir jetzt aber nicht von jenen, die eigen verschuldet, ihrem guten Geiste nicht frönen wollen.

Wie es zu oft den Anschein hat. Du kommst immer gleich zum Thema. An jedem Strand, auf jeder Insel, mit jeder Welle, an jedem Meer. Als wäre das Rauschen der Meereswellen schon genügend an Inspiration für dich.

Die Verlorenen bestrafen sich selber.

Sozusagen, als dein Gegenpart.

Nicht übertreiben. Aber herumredend, bedenken viele leider nicht, dass jeder am Ende mit sich da stehen wird, was man ungern mit sich austragen will, um sich vom Gewissen beissen zu lassen und am Gottesreich zu zweifeln, statt sich daran zu erfreuen.

Jeder plagt sich auf seine Weise. Die Schuldigsten wollen ohne Schuld sein, dabei.

Manche sind heute mental so weit zurück, dass sie erwarten, dass sich andere so verhalten sollen, wie sie über sie zu denken pflegen. Ein natürliches Paradoxon, denken sie.

Natura non saltat, satura saltat. Steht bei Peter Rühmkorf geschrieben.

Aha! Geht dies nicht auf Linne zurück? Die Natur mache keine Sprünge.

Ja. Aber Menander schrieb schon derariges in seinen Sprüchen.
Und Rühmkorf setzte hinzu: die Sattheit schon.

Oder das gesättigt sein. Im Übermaß unserer Zeit, dem heute so viele frönen. Debaucher sagen die Franzosen.

Je älter du wirst, desto mehr verlierst du. Je älter du bist, desto mehr bist du verloren.

Das Leben als Rest an Zeit. Die wir nutzen sollten.

Als Überleitung von der Sattheit zur Verlorenheit. Aber verlassen wir dieses leidige Thema zu Beginn. Scheint mir kein all zu optimaler Einstieg.

Stimme zu. Heraus aus der Negativschiene des Alltags, die mit den Wellen um uns nicht gut harmonisieren.

Allein deshalb schon. Wobei mir etwas einfällt. Zwischen Gewissensbissen und Gedankenbeschäftigungen gibt es einen immensen Unterschied, aber der sich als reduzierend zeigende Kleingeist will ihn nicht sehen, denn er übersteigerte sein Urteilsvermögen. Er müsste ja Vorurteile abbauen, was ihn doch zu sehr an strengte und non konform gehen ließe, was er ja absolut nicht will. Also plagt er sich lieber mit seinem Bissen, guckt weiter und redet über andere, als seien sie Außerirdische.

Etwas übertrieben, aber treffend ausgedrückt. Dabei denke ich auch an Ponge, was die Sprache angeht, oder an Pavese, wegen der Sache und dem Nichtgesagten. Wobei mir auch das Nichtgeschriebene einfällt, das ja real noch näher zu sein scheint.

Weil man denken will, es wird eher noch bald geschrieben?

Insbesondere, womöglich.

Wie oft passiert es, dass wir eine Passage in einem Buch lesen, davon begeistert sind, um einige Tage später denselben Abschnitt lesend, dies nicht mehr nachvollziehen können?

Vor allem, weil immer unsere augenblicklichen Assoziationen mitschwingen, die beim Nachlesen so nicht mehr vorhanden sind.

Deshalb.

Glück ist immer als etwas Verlorenes zu denken. Fällt mir diesbezüglich ein. Wie es Peter Sloterdyik formulieren wollte.

Quatsch. Glück ist doch immer mehr, als du zu denken vermagst. Du hast es doch auch, ohne daran denken zu müssen.

Da ist was dran. Vom Verlorenen wollen wir erst nicht reden.

Eben. Slterdyik will offenbar eine Negativratio vermitteln, wie wir zu Anfang?

Scheinbar als Kantsche Fehldeutung?

Noch ein Fehldeuter? Wie es bei Goethe heißt:
Nemo contra deum, nisi deus ipse.
Niemand ist ohne Gott, wenn nicht Gott selbst.

Geht das nicht schon zu weit? Ist das schon Atheismus? Dediosierung?

Ach, heute ist doch viel mehr erlaubt. Aber so wollte ich es auch nicht ins Extrem treiben. Nur wegen Peter Sloterdyik? Nein, nicht vergleichbar. Grundsätzlich kann man weder Gott noch sein Glück verlieren. Will ich damit nur zum Ausdruck bringen. Verloren ist im Grunde doch nur der Mensch in sich durch seine mögiche Orientierungslosigkeit.

Die aber garnicht sein muss.

Nein. Darüber wollen wir uns bald weiter unterhalten.

Wenn sich Net-user für unser Blog ein wenig begeistern wollten.

Das hängt von ihrer freien Enscheidung ab.

Ja. Warten wir auf Resonanz.

Gehen wir ein wenig weiter. Lauschen wir den Wellen.

In diesem Sinne.

Auf bald.
von Ky Alain
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